Gesellschaftlichen Wandel positiv gestalten - Pluspunkte für Bildung und Internationalisierung in NRW

05.05.2021

Alanus Hochschule in Alfter wiederum akkreditiert - NRW-Koalition regt Bildungsaustausch mit dem Vereinigten Königreich neu an

Fertigstellung des Rohbaus am Campus II der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter: Im Herbst dieses Jahres, zum Wintersemester, sollen die 122 Studierendenwohnungen, die an der Villestraße in Alfter errichtet werden, beziehbar sein. Am Montag, 3. Mai 2021, überzeugte sich der Landtagsabgeordnete Oliver Krauß an der Seite von Bürgermeister Dr. Rolf Schumacher von den Baufortschritten. Bei dem Baustellenupdate ebenso vor Ort waren die Investoren, Vertreter der beteiligten Banken und der Rektor der Alanus Hochschule, Professor Hans-Joachim Pieper.

Die neuen Mietwohnungen, die ökologisch nachhaltig und mit regenerativen Versorgungsstrukturen entstehen, sollen an Studierende der Alanus Hochschule vermietet werden, auch aber an Studentinnen und Studenten von außerhalb. Für den Wohnungsmarkt im Rhein-Sieg-Kreis, in dem guter und bezahlbar Wohnraum stark nachgefragt wird, ist damit ein entspannender Effekt verbunden.

Oliver Krauß: „Eine leistungsfähige Infrastruktur, landschaftliche Schönheit, wirtschaftliche Perspektive, kulturelle Vielfalt: Dieses und jenes führt zu ungebrochener Nachfrage und bedingt umgekehrt steigende Preise. Die Ausweisung von Bauland – ebenso wie die Erschließung von Arealen für Gewerbe, Industrie oder Verkehr – wird jedoch dadurch limitiert, dass knapper werdende Ressourcen zu schützen sind: die Natur- und Landwirtschafts- oder Obstbauflächen, das Trinkwasser, die Artenvielfalt in Flora und Fauna.“ Umso mehr komme es auf zusätzliche Wohnangebote an, die an bestehende Bebauung anknüpfen und „im Verhältnis zum Flächenverbrauch rentabel“ sind.

Der Rhein-Sieg-Kreis, die Bundesstadt Bonn und der Kreis Ahrweiler bilden gemeinsam eine Wissenschafts- und Forschungsregion mit großer Strahlkraft. In der dichten Präsenz der Institutionen, die um die Bonner UN-Standorte und Ministeriumssitze in einem außerordentlich innovativen Netzwerk verbunden sind, hat die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter eine besondere Sichtbarkeit. Ende April 2021 verlautete, dass der Wissenschaftsrat die staatlich anerkannte Kunsthochschule, deren Campus I der Alfterer Johannishof ist, vom Wissenschaftsrat für mindestens weitere fünf Jahre akkreditiert worden ist. Die private Hochschule und dortige Abschlüsse werden somit weiterhin durch das NRW-Wissenschaftsministerium anerkannt. Ebenso konnte Oliver Krauß dem Hochschulrektor, Professor Hans-Joachim Pieper, im Rahmen des Baustellenupdates zu der erneuten Zusage des kooperativen Promotionsrechts herzlich gratulieren: für den Fachbereich Bildungswissenschaft.

Ideen und Innovation für den Fortschritt der menschlichen Gemeinschaft

Oliver Krauß, der Mitglied im Wissenschaftsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags ist, betont die große Bedeutung der Hochschulen, den gesellschaftlichen Wandel positiv zu beeinflussen: mit Ideen und Innovation für den Fortschritt in mitmenschlicher Verantwortung. Sehr gute Studienbedingungen in Nordrhein-Westfalen sollen die Voraussetzungen festigen, „über den Tellerrand hinaus zu blicken, frei zu denken, den Mut zu finden, geteerte Pfade auch einmal zu verlassen. Die Internationalisierung von Hochschulen und Abschlüssen, der Austausch und die Kooperationsintensität sind Wegbeschreibungen dafür.“

In dieser Sichtlinie haben die Landtagsfraktionen der CDU und der FDP am Donnerstag, 29. April 2021, den Antrag in das parlamentarische Verfahren eingebracht: DateiAustausch schafft Freundschaft und Verständnis – ein Stipendienwerk/-programm zur Aufrechterhaltung der Austauschbeziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und dem Vereinigten Königreich (150 KB)

Hintergrund ist die Entscheidung des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland, künftig nicht mehr am „Erasmus+“-Programm der Europäischen Union teilzunehmen, das den Bildungsaustausch mit der Chance wechselseitiger Auslandsaufenthalte wesentlich erleichtert.

Nach dem Ausscheiden wird es für Studierende, aber ebenfalls für Schülerinnen, Schüler und Auszubildende aus NRW schwieriger, einen Lernaufenthalt „auf der Insel“ zu verwirklichen. Infolge des Ausstiegs drohen künftig Visumskosten von umgerechnet rund 400 Euro. Studiengebühren von bis zu 10.000 Euro stehen im Raum. Gleichfalls werden Aktivitäten des Schüleraustauschs mit neuen organisatorischen Hürden konfrontiert. Ebenfalls ist der Bereich der beruflichen Bildung wesentlich betroffen: Für etwa 41 Prozent der Auszubildenden, Berufsschüler und Ausbilder, die nach letzten Daten einen beruflichen Auslandsaufenthalt realisiert haben, waren Großbritannien und Nordirland die Zielländer.

Auf persönlichen Verbindungen und auf Freundschaft gründen Zusammenhalt und Wohlergehen in Europa

Oliver Krauß, der den Antrag für die Fraktion der CDU am 29. April 2021 im Landtagsplenum vertreten hat: „Der gemeinsame Antrag, der jetzt in den Ausschüssen weiter beraten wird, regt an, mit einer dauerhaften Vergabe von Stipendien gegenzusteuern. Nicht zuletzt soll die Unterstützung mit Stipendien verhindern, dass sich Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende aus Haushalten, die sozial oder wirtschaftlich schwächer gestellt sind, einen Aufenthalt im Vereinigten Königreich nicht mehr leisten können.“

Eine Mitschrift der Plenumsrede finden Sie hier: DateiPlenarrede am 29. April 2021 (69 KB)

Zu einer Unterstützung des Programms fasst der Antrag die zusätzliche Aktivierung der Privatwirtschaft ins Auge. Gegenüber der britischen Seite, die infolge des Ausscheidens aus Erasmus+ mit dem „Alan Turing‘-Programm“ plant, um den Auslandsaufenthalt der heimischen Studierenden zu unterstützen, soll für eine künftig partnerschaftliche Programmgestaltung geworben werden.

Dazu erklärt Oliver Krauß, der europapolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion: „Ein Bildungsaustausch ist mehr als die Investition in sprachliche Kompetenz. Nicht weniger wichtig ist die Chance, andere Kulturen kennenzulernen, Vorurteile abzulegen, Denk- und Wahrnehmungshorizonte zu erweitern. Auf persönlichen Verbindungen und auf Freundschaft gründen Zusammenhalt und Wohlergehen in Europa.“

Oliver Krauß betont die besondere Freundschaft, die Nordrhein-Westfalen mit dem Vereinigten Königreich verbindet und die heute zum Beispiel in 130 Städte- und in 232 Schulpartnerschaften lebendig wirkt. Am 23. August 2021 feiert NRW Gründungsjubiläum. Dann wird sich zum 75. Mal die „Geburtsstunde“ des Bundeslandes jähren, bei der die britische Militärregierung Pate stand: mit dem rechtskräftigen Zusammenschluss des nördlichen Teils der Provinz Rheinland und der Provinz Westfalen.