Zwei neue RadPendlerRouten verbinden den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis mit Bonn

20.05.2020

Eröffnung am 18. Mai 2020 in Alfter: Freie Fahrt für Rad und Pedelec!

Die Bundesstadt Bonn hat den zweifelhaften Ruf erworben, „Stauhauptstadt in NRW“ zu sein. Die anstehenden Bauarbeiten auf den Autobahnen stellen die Verkehrsteilnehmer vor weitere Herausforderungen, nicht zuletzt die Erneuerung des Bonner „Tausendfüßlers“. Wer sich aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis auf den Weg in die Bundes- und UN-Stadt macht, muss immer wieder mit Staus rechnen: auf der B56, aus Richtung Euskirchen kommend, über „Vier Bänke“ in Swisttal, an Buschhoven vorbei, nach Alfter-Witterschlick, in Richtung Bonn-Duisdorf. Oder von Rheinbach und Meckenheim aus, über die L 158, die Meckenheimer Allee, über die A 565 nach Bonn.

„Zu einer realistischen Betrachtungsweise gehört, dass Staus weiter zunehmen werden“, erklärt der Landtagsabgeordnete Oliver Krauß. Um die Leichtigkeit des Verkehrs nachhaltig zu gewährleisten und gleichzeitig im ökologischen Interesse zu handeln, gehöre es zu den ersten Aufgaben verantwortlicher Verkehrspolitik, sichere und belastbare Alternativen zum motorisierten Individualverkehr zu entwickeln. Daher ist zumal ein gutes ÖPNV-Angebot unverzichtbar.

Dass eine Alternative nicht immer gleich viel Geld kosten muss, zeigt die Umsetzung von zwei „RadPendlerRouten“, die zwischen dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis und der Bundesstadt Bonn Perspektiven für den Fahrradverkehr eröffnen. Diese Routen verlaufen auf bestehenden Wegen abseits stark befahrener Straßen. Kleinere Mängel auf diesen Wegen wurden beseitigt, wie beispielsweise Fahrbahnbeschädigungen durch Wurzelwerk. Zu besseren Orientierung wurden auf der Route Markierungen (Piktogramme) mit Richtungspfeilen aufgetragen – punktuell auch mit Ortsbezeichnungen. Zusätzliche Optimierungen sollen folgen: zum Beispiel mit dem Rückbau entbehrlicher Kreuzungsbereiche oder Ampelschaltungen. Am Montag, 18. Mai 2020, eröffneten Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e. V. (ADFC) gemeinsam mit fünf Bürgermeistern der im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis anliegenden Städte/Gemeinden und den beiden Landtagsabgeordneten Oliver Krauß und Dr. Christos Katzdis die beiden Fahrradrouten zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis.

Die Eröffnung fand unmittelbar an einer der beiden neuen Fahrradrouten statt: nämlich an der Unterführung der Stadtbahnlinie 18 an der K 12n (in Verlängerung der L 183n über den Kreisverkehr Bonn-Brühler-Straße hinweg, in Richtung Gewerbegebiet Oedekoven). Über diesen Knotenpunkt verläuft der neu eröffnete Radweg: er hat seinen Ausgangspunkt am Rheinbacher Bahnhof, verläuft über Swisttal mit Morenhoven und Buschhoven, setzt sich in Alfter unter anderem  über die Ortslagen Witterschlick und Nettekoven fort und nimmt in Höhe der Ortslage Dransdorf eine Wendung nach Osten zur Bonner Innenstadt.

Die zweite RadPendlerRoute, der die offizielle Eröffnung am 18. Mai 2020 galt, kommt ebenfalls vom Bahnhof der Stadt Rheinbach. Sie setzt sich über die Stadt Meckenheim fort und führt am Westen Merls vorbei über Bonn-Röttgen zum Bonner Hauptbahnhof.

Oliver Krauß: „Die weitgehende und schnelle Realisierung der beiden RadPendlerRouten hat ihren Ausgangspunkt in Entwürfen, die der ADFC im Frühjahr 2018 vorgelegt hatte. Das Konzept, bereits bestehende Verkehrsabschnitte zu nutzen, vor allem Rad- und Feldwege, und diese für den Fahrradverkehr durchlässig zu machen, hat die Umsetzung in verhältnismäßig kurzer Zeit erlaubt. Unsere Städte und Gemeinden haben die Idee mit viel Energie unterstützt und die Wege wirklich frei gemacht: mit den Bürgermeistern Dr. Rolf Schumacher in Alfter, Wolfgang Henseler in Bornheim, Bert Spilles in Meckenheim, Stefan Raetz in Rheinbach und Petra Kalkbrenner in Swisttal. Der Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises und der Rat der Stadt Bonn haben im gemeinsamen Planungsausschuss den Entwurf weiterentwickelt und die Routen differenziert.“

Oliver Krauß, der auch dem Verkehrsausschuss des NRW-Landtags angehört und als verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises an Planung und Umsetzung der RadPendlerRouten eng beteiligt war, stellt vor allen Dingen das ehrenamtliche Engagement aus den Reihen des ADFC heraus: „Der Ansatz des ADFC, der insgesamt zehn Radpendlerrouten im gesamten Rhein-Sieg-Kreis erarbeitet und durchgeplant hat, ist richtig: Wir brauchen für mehr Fahrradverkehr auch Lösungen, die kurzfristig umsetzbar und erfolgreich sind. Eine Realisierung des jetzigen Konzepts wäre ohne die ehrenamtlichen Vorarbeiten des ADFC nicht möglich gewesen.“ „Großes Lob und aufrichtiger Dank“ gebühre aber auch allen anderen Beteiligten, insbesondere den Fachleuten in der Siegburger Kreisverwaltung.

Oliver Krauß: „Dabei gehen die Verwaltungen in Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis, in den beteiligten Kommunen, aber auch Straßen.NRW und nicht zuletzt die Politik mit der Einrichtung der RadPendlerRouten unkonventionelle Wege. Die provisorischen Piktogramme direkt auf Radwegen und Straßen erweisen sich als eine gute und einfache Maßnahme: Erste Rückmeldungen zeigen, dass die Orientierung verständlich ist.“

Noch in diesem Jahr soll eine dritte RadPendlerRoute ausgebaut werden: nämlich von Bornheim über Alfter nach Bonn. Diese dritte Route sieht als Standard eine vier Meter breite Fahrradstraße vor, die Fahrbahn soll ausgeleichtet sein, es soll eine weit reichende Kreuzungsfreiheit hergestellt werden. Ab der Ortslage Dransdorf soll diese dritte Route in Richtung Bonn den Radverkehr aufnehmen, der über die jetzt eröffnete Route Rheinbach, Swisttal, Alfter kommt.