Im Rücken liegt der alte Sportplatz am Fürchespfad. Zur Rheinebene hin stehen die frühere Gaststätte Talbot, das Lokal des vormaligen Lebensmittelhandels an der Hemmergasse oder das Gut Flörkins vor der Sankt Markus-Kirche. Dort wurde einst getanzt. Viele, die heute mit anpacken, um Orte für die persönliche Begegnung attraktiv zu machen, wie es sie ehedem reichlich gab, folgten der Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zu der „Roten Bank“ in Bornheim-Rösberg. Dort stoppte die Stiftung im Rahmen ihrer „Dorfliebe“-Tour: „Was hilft uns dabei, sozial zu leben?“
„In diesem Jahr würde der SSV Rösberg 100 Jahre alt.“ Der Landtagsabgeordnete Oliver Krauß rief vor der Schutzhütte an der „Roten Bank“ die Auflösung des Rösberger Sportvereins in Erinnerung: Er wurde im Jahr 1926 gegründet, nachdem damals die britische Besatzungszeit zu Ende ging. Vor zehn Jahren, im Sommer 2026, verlautete das Ende: zu wenig Nachwuchs, zu wenig Kandidaten für den Vorstand, zu viel Konkurrenz – keine Einzelerscheinung im gesellschaftlichen Umbruch.
Die Idee der landesweiten „Dorfliebe“-Tour der KAS ist es, Mitmenschen mit Politikerinnen und Politikern vor Ort unmittelbar ins Gespräch zu bringen, um Zukunftsfragen Auge in Auge zu diskutieren. Das Zusammenkommen in Rösberg hatte Prof. Martin Reuber von Seiten der Stiftung mit dem Rösberger Ortsvorsteher Günter Engels verabredet. Die Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Marita Lang, und viele helfende Hände übernahmen an der Ecke Weberstraße/Metternicher Straße die Fürsorge für einen tollen Rahmen. Auf Augenhöhe mit dem Wasserturm ist die „Rote Bank“ an der Weggabelung zu einem neuen Wahrzeichen geworden.
Auch von Besuchern aus Hemmerich, Merten, Sechtem, Roisdorf oder Weilerswist wurden die Plätze an den langen Tischen besetzt, um mit Oliver Krauß, dem diesmaligen KAS-Gast aus der Politik, konkrete Sorgen und Ideen zu erörtern:
„Das Problem ist doch, dass auf den freien Flächen am alten Sportplatz jetzt nichts geschieht.“ Ein Viel-zu-viel an Bürokratie rückte schnell in den Mittelpunkt der Diskussion: Solange heißt es: „Wir prüfen das“ – bis den einzelnen Initiativen die Luft ausgeht. Und ebenfalls: Straßen müssen dringend saniert werden. Zwischenzeitliche Eingriffe, wie zum Beispiel das Einrichten von Parktaschen, haben Verkehrsrisiko zusätzlich erhöht: So ist es die Wahrnehmung vieler.
Die lebendige Gemeinschaft in Zeiten der digitalen Autobahnen und Marktplätze: Wie lässt sich die jüngere Generation für die Begegnung „live und in Farbe“ zusätzlich begeistern? Und für das Ehrenamt? Welche Angebote machen wir dafür?
Die wirkliche Begegnung bringt uns weiter, wie kein anderes Format das kann

Wer auch immer die politische Verantwortung hatte: Alle in der Politik müssen sich ankreiden lassen, dass für den Erhalt und für den bedarfsgerechten Ausbau in den letzten Jahrzehnen zu wenig getan wurde, macht Oliver Krauß keinen Hehl aus dem eigenen Ärger darüber, dass die Verkehrsinfrastruktur „viel zu lange auf Verschleiß gefahren“ wurde. Und auch im neuen Tempo der nachhaltigen Instandsetzung heute: „Zum ehrlichen Bild gehört, dass Verfahren immer noch zu kompliziert sind, um in einem gerechtfertigten Interesse zügig zu handeln, das ersichtlich überwiegt.“
Der Politiker aus Alfter rief die Grenzen ins Bewusstsein, die „dem Staat“ als Solidargemeinschaft gesetzt sind: „Auf Dauer kann unsere Gemeinschaft nur so leistungsfähig sein wie die Menschen, die sie bilden. Am Ende geht es nicht auf, alleinig nach ‚dem Staat‘ zu verlangen, also nach der Leistungskraft der anderen.“
Keine Chatgruppe oder Videokonferenz kann die wirkliche Begegnung ersetzen: „Gehen Sie hin, schauen Sie sich das an“, ermutigt Krauß dazu, gegenüber Behörden auf den Termin vor Ort zu pochen, die für den Straßenbau und für öffentliche Einrichtungen zuständig sind.
„So steht das zuerst in meinem Aufgabenbuch“, unterstreicht der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion: „Reale Präsenz selbst zu zeigen und sie ebenso einzufordern, ist das wichtigste Format. Marita Lang, Günter Engels, die Dorfgemeinschaft in Rösberg, aber in besonderer Weise auch die KAS mit Prof. Martin Reuber: Sie machen das vor. Weil Menschen persönlich dafür eintreten, entsteht eine ‚Rote Bank‘, ein neuer Spielplatz an der Westerwaldstraße oder ein Repair Café. Deshalb glückt auch Integration.
Und ebenso gebührt den Aktiven in der Rösberger Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr ein ganz großes Dankeschön für ihren Einsatz. In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli jährt sich in diesem Jahr zum fünften Mal die Hochwasserkatstrophe. Dann erinnern wir uns außerordentlich an die damaligen Rettungsleistungen, aber auch an den Schutz im ganzen Jahreskreis. Während der Pandemie, davor und danach: Aus dem Zusammenhalt im MGV, im TTC, im Fasteleer oder in den Kirchen wird immer wieder die beste Widerstandskraft gegen Schicksalsschläge, ob sie einzelne oder ob sie uns frontal treffen.
Wir leben umso mehr sicher, je enger wir uns zusammenschließen. Das dürfen wir uns nicht kleinreden lassen – und zumal nicht von denen, die politisch darauf spekulieren. Für die eigene Überzeugung, wie Menschen mit Menschen umgehen, den Konflikt zu riskieren und sich nicht unterkriegen zu lassen, wenn die gezielte Stimmungsmache genau das will: Darauf kommt es einmal mehr an, damit wir auch in Zukunft gut zusammenleben, selbstbestimmt und solidarisch.“



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